Münze: 1-Dukat-Stück der Stadt Zürich, geprägt in Zürich

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Vs.: Umschrift: «DUCATUS REIPUBLICAE TIGURINAE .». In Strichelkreis aufrecht nach links schreitender Löwe, in der Rechten ein Schwert (Symbol der Herrschaft und Gerichtsbarkeit), in der Linken das Zürcher Wappen in ovalem Schild, gerahmt von Voluten.
Rs.: In Strichelkreis die Angaben «DOMINE / CONSERVA / NOS IN / PACE [Herr, erhalte uns in Frieden] / 1745» in barocker Kartusche aus Roll- und Beschlagwerk sowie Feston unter Maskaron im Scheitel, zwischen Lorbeer- und Palmzweig (Symbole des Siegs und Ruhms sowie des Friedens).
Der Dukat ist eine Goldmünze, die erstmals im 13. Jh. in Italien geprägt wurde und ab dem 14. Jh. auch in der Schweiz in den Geldumlauf kam. In Zürich entwickelte sich die Münze im 17. Jh. zu einer wichtigen Handelswährung, da die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Mit Dukaten konnten grössere Beträge bezahlt werden. Gemäss dem Zürcher Münztarif von 1727 hatte ein Dukat den Wert von 10 Franken und 45 Centimes, in Anlehnung an die französische Währung.
Die Vorderseite zeigt einen Löwen, der den Wappenschild hält. Das Motiv des kraftstrotzenden Tiers mit dem Zürcher Wappen tritt im 15. Jh. zum ersten Mal auf Werken des Zürcher Glasmalers Lukas Zeiner auf.

Die Umschrift auf der Vorderseite bezeichnet die Münze als einen Dukaten der Republik Zürich. Der Terminus «Republik», abgeleitet vom lateinischen Begriff «res publica», benennt die «öffentliche Sache» im Allgemeinen d. h. die politischen Geschäfte, die alle in einem Staatswesen betreffen. Enger gefasst ist damit das Gemeinwesen gemeint, in welchem die Inhaber der politischen Rechte Beschlüsse zum allgemeinen Nutzen fassen. In der Frühen Neuzeit erfuhr der Ausdruck eine Bedeutungserweiterung. Er formulierte den Gegenpart zur Staatsform der Monarchie, in welcher der Monarch alleine entscheidet. In diesem Sinne grenzten sich Staatswesen wie die Eidgenossenschaft, die Republik Venedig oder die Vereinigten Provinzen der Niederlande bewusst von ihrem monarchischen Umfeld ab. Die Loslösung der Eidgenossenschaft vom Heiligen Römischen Reich durch den Westfälischen Frieden 1648 führte zur Weiterentwicklung der Idee «Republik», indem die im Friedensvertrag staatsrechtlich neu definierte, von allen europäischen Mächten anerkannte Eigenstaatlichkeit (Unabhängigkeit) nun im Zentrum stand. Die bis dahin auf Münzen der Stadtorte anzutreffende Bezeichnung «civitas» für Stadt wurde nun durch «res publica» ersetzt. Trotz des damit verbundenen klaren Bekenntnisses gegen die monarchische Staatsform benachbarter Staaten und zur souveränen Eigenstaatlichkeit blieben in den häufig patrizisch (privilegierter Kreis amtsfähiger Bürger) bzw. zünftisch regierten Stadtrepubliken der Alten Eidgenossenschaft, weiterhin ein Grossteil der Bevölkerung (Frauen, Hintersassen, Landbevölkerung) von einer politischen Beteiligung an der Herrschaft ausgeschlossen.
1745
D. 21.1 mm
Gold, Prägung
T 6908
Hans Hürlimann, Zürcher Münzgeschichte, Zürich 1966, Nr. 232 (Typ).

Money Museum, Republik Zürich, 1/4 Dukat 1677. https://www.moneymuseum.com/de/muenzen?&id=503, aufgerufen am 07.11.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Heraldik, Tier, Botanik, Symbol

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