Münze: Sogenannter Neutaler im Wert von 40 Batzen des Kantons Zürich, geprägt in Bern, aus der numismatischen Sammlung der Familie Bachmann, Besitzerin von Schloss Frauenfeld

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Vs.: Umschrift: «CANTON – ZÜRICH». In Strichelkreis Zürcher Wappen in spitzem, mit Zunge versehenem und auf zweistufigem Podest stehendem Schild, Perlstab entlang des Schildrands und auf Stirnseite der unteren Stufe, Schild flankiert von zwei Eichenzweigen, darüber ein Eichenkranz (Symbol der Stärke, Treue und Einheit), im Abschnitt die Wertangabe «40. BATZ».
Rs.: In Strichelkreis die Angaben «DOMINE / CONSERVA / NOS IN / PACE [Herr, erhalte uns in Frieden] / 1813» zwischen unten gebundenen Lorbeerzweigen (Symbol des Siegs und Ruhms), darunter das Kürzel des Stempelschneiders Peter Bruckmann «B».
Seit dem Ende des 18. Jhs. prägten verschiedene eidgenössische Orte, ab 1803 die Kantone, grosse Silbermünzen im Wert von 40 Batzen. Diese Münzen waren allgemein als Neutaler bekannt. Ihre Bezeichnung bezog sich ursprünglich auf die französischen Écu zu 6 livres (grosse Silbermünzen), die ab 1726 in beträchtlicher Anzahl ausgegeben worden waren. Auch in der Schweiz waren französische Écu in Umlauf, wo Ende des 18. Jhs. ein Écu zu 40 Batzen gehandelt und als Neutaler bezeichnet wurde. Die wertgleichen Stücke der eidgenössischen Orte bzw. Kantone wurden im Volksmund daher ebenfalls Neutaler genannt.

Marie Elise Bachmann (1879–1955) vermachte 1948 mittels Erbvertrag dem Kanton Thurgau Schloss Frauenfeld samt Hausrat sowie auch die umfangreiche Antiquitätensammlung ihrer Eltern. Ihr Vater Jakob Huldreich Bachmann (1843–1915), Politiker und Jurist, der 1896 Bundesrichter wurde, sammelte unter anderem Glasscheiben, Gemälde, Waffen und Möbel. Ein Sammlungsschwerpunkt waren auch Münzen, von denen er jedoch 1917 einen Teil verkaufte. Nach dem Tod von Marie Elise Bachmann (1955) übernahm der Kanton die Sammlung, die aus mehr als 90 numismatischen Objekten bestand. Das Schloss Frauenfeld wurde später zum Historischen Museum Thurgau umgestaltet.
Bruckmann, Peter (1778–1850), Stempelschneider
1813
D. 42 mm
Silber, Prägung
T 8073
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 18.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik

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