Sturmgewehr Modell 1957 (Stgw 57) der Schweizer Armee, Rückstosslader mit übersetztem Massenverschluss nach dem System Amsler, mit freistehendem Lauf, mit Dolchbajonett Modell 1957, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld

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Lauf mit vier Zügen und Ummantelung, aufklappbares Diopter für Stellung von 100 bis 600 m, klappbares Blockkorn im Ring, zweireihiges Kastenmagazin aus Leichtmetall für 24 Patronen, Kolben und Pistolengriff aus schwarzem Kunststoff, vorne am Laufmantel Bajonetthaft und Riemenbügel. Naturbrauner Lederriemen, vorn an Klemmvorrichtung mit Öse angebracht und hinten im Kolben versenkt. Riemenende mit fixierter metallener Öse, um Riemenlänge einzustellen. Koffergriff. Ausklappbare zweibeinige Stütze.

Schläge: In Rot «M» und «E», in Weiss «S» auf Verschluss für Einstellung auf Serienschuss (M), Einzelschuss (E), gesichert (S). Waffennummer «A 662254» (A=Serie) (66=1966) sowie Schweizerschild auf Verschlusskopf, «2254» (abgekürzte Waffennummer) je auf Magazinkasten, Verschluss und Laufmantel, eidg. Beschussprobe je auf Lauf und Verschlusskopf. Auf Kolben «H» in Sechseck und «69» in Kreis (Fabrikationsangaben), zwei Mal «P» als Angabe für Privatbesitz. Angabe des Herstellers «SIG» in Oval. Stempel der eidg. Waffenkontrolle auf Verschlusskopf.

Verchromtes Dolchbajonett (T 40532.1) mit zweischneidiger rhombischer Klinge, gerilltem schwarzem Kunststoffgriff und schwarzer Kunststoffscheide mit Tragöse.
Schläge: Hersteller «WF» (Waffenfabrik Bern) mit Kreuz in Kreis und «W», Waffennummer «438779».

Munition: GP 11
Kaliber: 7.5 m
1956 entschied der Bundesrat, für die Armee das Sturmgewehr SIG AM 55 unter der Bezeichnung «Sturmgewehr Modell 57» einzuführen, nachdem sich dieses beim Test gegen zwei Konkurrenzprodukte durchgesetzt hatte. Im Mai 1960 begann die Abgabe des Gewehrs an die Soldaten. Aufgrund der Waffennummer auf vorliegendem Gewehr kann seine Ablieferung an die Armee auf 1966 datiert werden. In Produktion war die automatische Waffe bis 1985. Die letzten Exemplare wurden 2005 aus dem Armeebestand ausgeschieden. Ungefähr 165 700 Sturmgewehre 57 gelangten von 1991 bis 2013 an Privatpersonen, wobei sie zuvor zu halbautomatischen Waffen umgebaut wurden, damit sie nicht mehr zum Serienfeuer eingesetzt werden konnten. Auch die vorliegende Waffe kam in Privatbesitz, weshalb sie zwei Mal mit einem gepunzten «P» versehen ist. Allerdings fehlt die zweistellige Jahreszahl, die auf das Jahr hinweist, in welchem die Waffe einer Privatperson ausgehändigt wurde.

Mit der bundesweiten Betriebszusammenlegung der kantonalen und eidgenössischen Zeughäuser vom 01.01.2003 (Armeereform XXI) ging die Tradition, ausgemusterte Waffen und Ausrüstungsgegenstände im Zeughaus aufzubewahren, zu Ende.
Im Kanton Thurgau kamen ca. 5000 Zeughaus-Objekte zusammen, die eine Sammlung von kantonaler Bedeutung bilden. Die ältesten Stücke gehen ins 18. Jhs. zurück, die Mehrheit der dort gesammelten Militaria stammt aus der Zeit von 1850 bis in die Gegenwart. Dazu gehören Waffen, Uniformen und Gegenstände der persönlichen Ausrüstung, Geschütze sowie Zeugen des Kadettenwesens.
SIG (Schweizerische Industrie-Gesellschaft), Hersteller von Waffen, Automobilen, Waggons, gegründet 1853 in Neuhausen (SH)

Eidgenössische Waffenfabrik Bern (W+F), heutige RUAG, gegründet 1871 in Bern
1966–1969
L. 110 cm, L. 60.9 cm; Bajonett L. 38 cm, Klinge L. 24 cm
Stahl, brüniert; Eisen; Kunststoff
T 40532.0–1
Schweizerischer Schützenverein (Hg.), Hand- und Faustfeuerwaffen, Schweizerische Ordonnanz 1817–1967, Frauenfeld 1971, S. 136–137.

Christian Reinhart, Michael am Rhyn, Automatenwaffen II, Maschinengewehre, Sturmgewehre, Minenwerfer (Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, Bd. 14), Dietikon-Zürich 1983, S. 57, 200.

Ernst Grenacher, Schweizer Militärgewehre Hinterladung 1860–1990, 2015, S. 722–728, 736–737.
Schlagwörter: Militaria, Waffen, Industrie

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