Medaille: Erinnerung an das Eidgenössische Schützenfest 1890 in Frauenfeld, geprägt in Genf

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Vs.: Umschrift: «EIDGENÖSSISCHES SCHÜTZENFEST IN FRAUENFELD – (Rosette) JULI 1890 (Rosette)». In doppeltem Linienkreis Frauenfelder Wappenschild im Stil der Renaissance (mit Blattranken damaszierte und mit einer Bordüre aus Blüten versehene Tartsche) auf Lorbeer- und Eichenzweigen (Symbole des Siegs und Ruhms sowie der Stärke, Treue und Einheit) und gekreuzten Gewehren.
Rs.: Umschrift: «HEIL DIR HELVETIA». In doppeltem Linienkreis stehende Helvetia nach links (allegorische Figur, welche die Schweiz repräsentiert und Unabhängigkeit, Freiheit, Neutralität und Einigkeit verkörpert), mit dem Schwert in ihrer rechten Hand auf Schloss Frauenfeld im Hintergrund zeigend, den Kopf nach rechts zur sitzenden Allegorie des Thurgaus gewandt, den Schild in ihrer linken Hand und über diese schützend haltend. Die Allegorie des Thurgaus nach links, sich mit der Linken auf den Thurgauer Wappenschild stützend, unter ihrer Rechten Ähren und Früchte.
Im Abschnitt Jahreszahl und Künstlername.
1824 fand in Aarau das erste Eidgenössische Schützenfest statt. Fortan organisierte der Schweizerische Schützenverein alle 2–3 Jahre diese grosse Feier an unterschiedlichen Standorten, meist in den kantonalen Hauptstädten. Der Anlass war ein Wettbewerb für Schützen aus der ganzen Schweiz, diente aber vor allem dazu, das Nationalgefühl und liberale Ideen zu stärken. 1890 wurde das Grossereignis vom 19. bis 31. Juli in Frauenfeld durchgeführt. Das Festzelt, ein dreischiffiger, 68 Meter langer und 35 Meter breiter Hallenbau, stand auf dem heutigen Marktplatz, daneben lag die Gabenhalle mit den Preisen für die erfolgreichen Schützen. Das Schiessgelände erstreckte sich vom Stadtgarten bis zum Rüegerholz.
Das Motiv der vorliegenden Medaille wurde in Gold (119 Stk.), in Silber (5760 Stk.), in Kupfer (4500 Stk.) und in Aluminium (24 Stk.) geprägt.

Die eidgenössischen Behörden förderten ab den 1830er-Jahren das Schützenwesen, weshalb im ganzen Land viele Schützenvereine gegründet wurden. Auch im Thurgau gab es zahlreiche solche Körperschaften. Waren es 1877 noch 13 Vereine mit 366 Schützen, gab es 1890 bereits 77 Vereine mit 2597 Schützen. Frauen nahmen erstmals 1988 als Schützinnen an einem Schützenfest teil, und zwar in Thun.
Bovy, Hugues (1841–1903), Medailleur
1890
D. 45.3 mm
Gold, Prägung
T 6948
Jacques Mayor, Les médailles du tir fédéral de Frauenfeld, in: Bulletin de la Société suisse de Numismatique, Bd. 9, 1890, S. 199–208.

Festzeitung auf das Eidgenössische Schützenfest in Frauenfeld, Juli 1890, Frauenfeld 1890, S. 33–34.

HLS DHS DSS, Schützenwesen, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.03.2015. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008701/2015-03-09/, aufgerufen am 05.01.2025.

Jürg Richter, Die Schützentaler und Schützenmedaillen der Schweiz, Regenstauf 2018, Nr. 1250a.

Thurgauischer Kantonal-Schützenverein (TKSV), Staatsarchiv Thurgau (StATG), 8'935.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Hauswirtschaft, Heraldik, Tier, Allegorie, Symbol, Botanik, Brauchtum, Anlässe, Vereinswesen, Andenken, Erinnerung