Münze: 1-Batzen-Stück der Helvetischen Republik, geprägt in Bern

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Vs.: In Strichelkreis die Angaben «HELVET . / REPUBL . / 10» zwischen unten gebundenen Eichenzweigen (Symbole der Stärke, Treue und Einheit), darunter das Münzstättenzeichen «B» für Bern.
Rs.: In Strichelkreis die dreizeilige Angabe «1 / BATZEN / 1802» in umlaufendem Blütenrapport – im Wechsel tulpenartige Blüte und Blüte aus fünf Blütenblättern – zwischen innerem und äusserem Linienkreis.
Im Gegensatz zu den in kleinen Auflagen ausgegebenen Gold- und Silbermünzen prägte die Helvetische Republik solche geringwertigen Kleinmünzen wie das 1-Rappen-, das 1/2- Batzen- und das 1-Batzen-Stück in grosser Zahl. Sie wurden aus einer hohen kupferhaltigen Silberlegierung hergestellt. Während der Nominalwert der Gold- und grossen Silbermünzen ziemlich genau dem Edelmetallgehalt der jeweiligen Münzsorte entsprach, lag der Wert des Silbers bei den Kleinmünzen im Verhältnis zum angegebenen Wert tiefer, weshalb der Staat bei der Ausgabe dieser Münzen einen Gewinn erzielte, der in die leeren Staatskassen floss. Die massenhafte Prägung von geringwertigen Kleinmünzen dieser Zeit beschäftigte die Schweiz während Jahren. Erst in den 1820er-Jahren entschied die Eidgenössische Tagsatzung, alle Kleinmünzen der Helvetischen Republik durch die Kantone einzuziehen. Die Kosten für deren Einzug und Einschmelzung sowie für die Ausgabe neuer Kantonsmünzen mit höherem Silbergehalt wurden den einzelnen Kantonen anteilig belastet.

Entsprechend des geringen Werts der Kleinmünzen waren deren Münzbilder schlicht gehalten. Zeigen die Silber- und Goldmünzen einen differenziert dargestellten Krieger mit Fahne in altschweizerischer Tracht – Söldnerkleidung mit geschlitzten Beinkleidern und geschlitztem Wams –, beschränkt sich die Gestaltung beim vorliegenden 1-Batzen-Stück auf die Nennung des ausgebenden Staats, die Nominalbezeichnung (Wert) und die Jahreszahl, ergänzt durch Eichenzweige. Das Besondere an diesem Münzbild ist die Angabe des Werts auf beiden Seiten in jeweils unterschiedlichen Münzeinheiten. Während auf der Vorderseite die Wertziffer «10» für 10 Rappen steht, ist auf der Rückseite «BATZEN» festgehalten. Diese doppelte Information des Werts sollte die mit dem Batzen vertraute Bevölkerung an die neue Währung in Franken, Batzen und Rappen (1 Franken = 10 Batzen = 100 Rappen) gewöhnen.
1802
D. 23.9 mm
Billon, Prägung
T 36531
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 10.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institution, Symbol, Botanik

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