Münze: 10-Batzen-Stück der Helvetischen Republik, geprägt in Bern

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Vs.: Umschrift: «HELVETISCHE – REPUBLIK». In Strichelkreis auf einem mit der Jahreszahl «1799» versehenen Postament ein stehender Krieger in «altschweizerisch-vaterländischer Tracht» in Anlehnung an die Söldnerkleidung des 16. Jhs. mit geschlitzten Beinkleidern, geschlitztem Wams und mit Federhut (Freiheitshut, Symbol für die Freiheit) sowie Schwert (Symbol für die Wehrhaftigkeit), der mit seiner rechten Hand die dreifarbige Fahne der Helvetischen Republik hält. Dabei handelt es sich um die Trikolore, die von oben nach unten aus einem grünen, roten und gelben horizontalen Streifen besteht.
Rs.: In Strichelkreis die dreizeilige Angabe «10 / BATZEN / B», in um Reif sich windenden Eichenzweigen (Symbol der Stärke, Treue und Einheit), unten mit Band gebunden.
Mit dem Einmarsch der Franzosen im Frühling 1798 endete die Staatsform der Alten Eidgenossenschaft. Anstelle des alten Staatenbündnisses mit vollwertigen und zugewandten Orten sowie Untertanengebieten trat unter dem Schutz französischer Truppen die Helvetische Republik. Als Zentralstaat nach französischem Vorbild organisiert, übernahm sie die volle Staatsgewalt. Die einst regierenden Orte waren nun blosse Verwaltungseinheiten. Zu den vielen Reformen, welche die Helvetische Republik in Angriff nahm, zählte die Vereinheitlichung des Münzwesens. Sie allein sollte fortan anstelle der einzelnen Orte das Münzrecht ausüben. Als neue Währung wurde der Schweizer Franken zu 10 Batzen oder 100 Rappen bestimmt, gültig in der ganzen Schweiz. Die leeren Staatskassen und die inneren Unruhen verhinderten jedoch die Umsetzung der Projekte. Bereits 1803 wurde die Helvetische Republik mittels Mediationsverfassung wieder zu einem föderalen Staat. Statt der einen und unteilbaren Republik etablierte sich das Staatenbündnis aus 19 und ab 1815 aus 22 Kantonen, die das Münzrecht zurückerhielten. Erst die Bundesverfassung von 1848 untersagte den Kantonen die Münzprägung.

Zu den grösseren Silbermünzen der Helvetischen Republik (1798–1803) gehört das 10-Batzen-Stück, das den Wert eines Schweizer Frankens hatte (1 Schweizer Franken = 10 Batzen = 100 Rappen). Die Rückseite zeigt einen von Eichenlaub umwickelten Kranz aus zusammengebundenen Ruten, die für die Einheit des neuen Staats stehen. Die Wertbezeichnung in Batzen anstelle von Schweizer Franken auf dieser Münze kam der Schweizer Bevölkerung entgegen, da sie mit Batzen und deren Teilstücken (Kreuzer und Vierer) vertraut war. Im Gegensatz zu den vielen geringwertigen Kleinmünzen aus einer Silberlegierung mit hohem Kupfergehalt wurden die Silbermünzen in kleiner Anzahl geprägt.
1799
D. 29.2 mm
Silber, Prägung
Rot 1161
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 7.

Balázs Kapossy, Freiheitsheld als liebevoller Vater, in: Zwischen Entsetzen und Frohlocken, Vom Ancien Régime zum Bundesstaat 1798–1848, Ausstellungskatalog, Bernisches Historisches Museum, Bern 1998, S. 91.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institution, Heraldik, Symbol, Botanik, Justiz

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