Münze: Bluzger im Wert von 1/6-Batzen des Kantons Graubünden, geprägt in Bern

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Vs.: In Gerstenkornkreis Umschrift: «(unten zwei sich kreuzende Eichenzweige) KANTON (Blüte) (Stern) GR : BÜNDEN». Die Wappen der drei Bünde je in hochovalem Schild, das mittlere Wappen vor dem linken und rechten liegend, Rahmung der Wappen aus einer Blütengirlande, oben mit Voluten, in der Mittelachse Auf- und Abhänger aus Blüten.
Rs.: In Gerstenkornkreis die Angaben «1/6 . / SCHWEIZ . / BATZEN / 1807 .» zwischen unten zusammengebundenen Eichenzweigen (Symbol der Stärke, Treue und Einheit).
Der Bluzger war eine in Graubünden seit dem 16. Jh. weit verbreitete Scheidemünze, die vom Bischof und der Stadt Chur, von der Herrschaft Haldenstein und von der Freiherrschaft Reichenau ausgegeben wurde. 1807–1842 liess der Kanton Graubünden diese Kleinmünze prägen.
Der auf Scheidemünzen angegebene Betrag ist höher als der Wert des Metalls, aus dem sie bestehen. Mit den Kleinmützen wurden bei geschäftlichen Transaktionen Wertdifferenzen ausgeglichen, wozu grosse Münzen nicht gebraucht werden konnten. Die kleinen Münzen wechselten schnell die Hand und waren rasch abgenutzt.

Das heutige Bündner Kantonswappen setzt sich aus den Wappen der Drei Bünde des ehemaligen Freistaats zusammen. In der Regel wurden diese Wappen bis ins frühe 20. Jh. nebeneinander dargestellt: In der Mitte jeweils der Gotteshausbund (gegründet 1367), links davon der Obere oder Graue Bund (gegründet 1424) und rechts der Zehngerichtebund (gegründet 1436). Auf der vorliegenden Münze sind die einzelnen Wappen der Bünde zwar in der oben erwähnten Anordnung geprägt, allerdings sind Abweichungen zum heutigen Kantonswappen vorhanden: In der Mitte das Wappen des Gotteshausbunds mit dem stehenden schwarzen Steinbock in Silber, links davon dasjenige des Oberen oder Grauen Bunds, jedoch mit den alten Motiven, dem gevierten Schild mit Balkenkreuz und in den alternierenden Farben Silber und Schwarz anstelle des heute geläufigen in der Mitte senkrecht zweigeteilten Wappens in Schwarz und Silber. Rechts das Wappen des Zehngerichtebunds mit Wildem Mann (Verkörperung der Naturgewalt und Stärke) im Lendenschurz und mit Kranz aus Tannenzweigen und einem Bäumchen in der Hand (häufig der Schildhalter, eine heraldische Figur neben dem Wappenschild). Auch dieses Wappen nicht mit dem üblichen Bild aus geviertem Schild mit Balkenkreuz in den alternierenden Farben Gold und Blau. Alle drei ovalen Wappenschilde werden durch eine Girlande zusammengefasst, die auf die Zusammengehörigkeit der drei Bünde im 1803 neu geschaffenen Kanton Graubünden verweist.
1807
D. 16.1 mm
Billon, Prägung
T 36045
Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 187.

Bluzger, Olivier Frédéric Dubuis, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.11.2002. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013678/2002-11-15/, aufgerufen am 23.12.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Tier, Botanik

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