Schulprämie: Private Preismedaille zur Förderung der Landwirtschaft, geprägt in Mannheim zur Zeit von Kurfürst Karl Theodor (1733–1799), Kurfürst der Pfalz, Herzog von Jülich-Berg und Kurfürst von Bayern, aus der ehemaligen Sammlung von Josef Sager (1905–1964)

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Vs.: Umschrift: «DANCKBARE NACHKOMMEN». In feinem Linienkreis und breitem Randstab (glatte Randleiste) stehender alter Bauer, in Kleidung des 18. Jhs. mit Schnallenschuhen, engen Beinkleidern, Justaucorps, Weste und Dreispitz über dem langen, nach der Mode der Zeit im Nacken zum Zopf gebundenen Haar, in seiner Linken einen Stock. Er blickt nach links zum ihn anschauenden Jungen herab und hält mit seiner rechten Hand das Handgelenk des Jungen, im Abschnitt die Angaben «H . B . F .».
Rs.: Umschrift: «(Sternchen) BELOHNVNG DES FLEISSES». In Linienkreis die Angaben «PFALZ / GOTT ERHALTS / D . E . T / C . L . P . v . M / 1788», (mögliche Deutung: D. Ernst Theodor Christian Ludwig Freiherr von Menzingen (1784–1797); Stifter und Verteiler der Preismedaille an die Bauern seiner Grundherrschaft).
Johann Heinrich Boltschauser oder Boltshauser wurde 1754 in Altenklingen geboren und besuchte die Dorfschule in Märstetten. Nach einer Lehre in Diessenhofen arbeitete er in der Münzstätte Zürich, wo er erste Medaillen fertigte. 1777 ging Boltschauser nach Augsburg, 1780 nach Mannheim, wo er 1790 vom Kurfürsten Karl Friedrich von Baden (1803–1811) an der Münzstätte angestellt wurde.

Die Schulprämie gehörte zur Sammlung von Josef Sager (1905–1964), einem Lehrer und Autodidakten aus Münchwilen. Seit den 1930er-Jahren galt Sager in der Ostschweiz als Fachmann für Numismatik. Selbst Münzsammler, erwarb er mehrere Hortfunde auf dem Gebiet der Ostschweiz und bot sich zudem als Gutachter für numismatische Sammlungen an (z.B. in der Stiftsbibliothek St. Gallen).
Die Münzen und Medaillen von Josef Sager bilden in der Museumssammlung ein Konvolut aus über 600 Exemplaren. Alle Stücke wurden von Josef Sager, seinen Erben oder nachfolgenden Besitzern erworben.
Boltschauser oder Boltshauser, Johann Heinrich (1754–1812) aus Altenklingen, Medailleur, Stempelschneider, Graveur in Mannheim
1788
D. 36 mm
Silber, Prägung
T 6975
Ernst Leisi, Neue Medaillen und Münzen im Thurgauischen Museum, in: Mitteilungen aus dem Thurgauischen Museum, Heft 9, 1954, S. 2–8, Nr. 19.

Hans Boltshauser, Der Medailleur Johann Heinrich Boltschauser 1754–1812, in: Schweizerische Numismatische Rundschau, Bd. 41, 1960, S. 14–34, Nr. 21.

Eugen Alder, Ralph Frei, Hans Gossweiler, Walter Michel, Alfons Raimann, 500 Jahre Kirche Märstetten, Märstetten 1989, S. 72.
Schlagwörter: Numismatik, Kunsthandwerk, Herrschaft, Bildungswesen, Genre