Münze: 2-Lire-Stück des Kirchenstaats (Vatikan), geprägt in Rom zur Zeit von Papst Pius IX. (1846–1878), aus der Sammlung von Maria Walenta (1876–1961)

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Vs.: Umschrift: «PIVS . IX . PON . – M . A . XXIV» (Papst Pius IX.Pontifex Maximus (Papst), Anno 24 (im 24. Jahr [seines Pontifikats]). In Perl- und Linienkreis Büste des Oberhaupts der katholischen Kirche nach links. Der Papst trägt einen Pileus und eine pelzverbrämte Mozetta (Schulterkragen) mit einem darüber liegenden, mit Kreuz und Ranken bestickten Pallium (Band). Unterhalb seiner Schultern Blüte zwischen Ranken.
Rs.: Umschrift: «(Sternchen) STATO (Sternchen) PONTIFICIO (Sternchen)». In Perl- und Linienkreis die Angaben «2 / LIRE / 1870» in unten mit Schleife zum Kranz gebundenen Lorbeer- und Eichenzweig (Symbol des Siegs und Ruhm sowie der Stärke, Treue und Einheit). Darunter «R», das Kürzel für die Münzstätte Rom.
Die Münze wurde im Jahr geprägt, als der Papst die Herrschaft über Rom verlor. Kurz darauf, 1871, erklärte der italienische König Viktor Emanuel II. Rom zur Hauptstadt. Die vorliegende Münze gehört zu den letzten Exemplaren, die das Kirchenoberhaupt in Rom produzieren liess. Erst 1926 setzte die vatikanische Münzausgabe wieder ein.
Die Währung dieses Geldstücks, die Lire, gab der Kirchenstaat nur zwischen 1866 und 1870 aus. In dieser Zeit übernahm der Vatikan die italienische Lire und deren Stückelung zu 20 Soldi oder 100 Centesimi.

Maria Walenta (1876–1961) wurde im tschechischen Graslitz geboren und kam um 1903 zu ihrem Bruder Rudolf (1875–1933) nach Frauenfeld, der hier bereits seit 1893 bei der Instrumentenbauerin Marie Wolf arbeitete. Maria Walenta führte wohl den Haushalt Wolf, in welchem auch ihr Bruder lebte. Marie Wolf vermachte 1934 per Testament ihr Haus an der Thundorfstrasse Maria Walenta zur Nutzniessung bis zu ihrem Tod. Nach dem Willen der Testatorin sollte dieses Objekt nach dem Tod der Begünstigten an die Bürgergemeinde Frauenfeld übergehen, wobei der Erlös aus dem späteren Verkauf der Liegenschaft für einen Musikpavillon sowie für einen Springbrunnen im Stadtpark Burstel bestimmt war. Das Legat wurde als «Fräulein Marie Wolf und Herrn Rudolf Walenta-Fonds» bezeichnet.
Maria Walenta vermachte ihrerseits dem Historischen Museum Thurgau eine reichhaltige Münz- und Papiergeldsammlung (vor allem Notgeld um 1920, Banknoten, Gutscheine und Marken aus Papier) sowie einige Antiquitäten. Wer die Münzen erworben hat – Maria Walenta, ihr Bruder oder die Familie Wolf –, bleibt unklar.
1870
D. 27.6 mm
Silber, Prägung
T 37952
Chester L. Krause, Clifford Mishler, Standard Catalog of World Coins 1801–1900, Iola 2001, Nr. 1379.
Schlagwörter: Numismatik, Herrschaft, Porträt, Religion katholisch, Symbol, Botanik

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