Münze: 20-Rappen-Stück der Schweizerischen Eidgenossenschaft, geprägt in Bern, aus dem Nachlass von Karl Asmund Kappeler (1844–1924), Kaufmann in Kolumbien

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Vs.: Umschrift: «HELVETIA». In Perl- und Linienkreis Schweizer Wappen in Schild in Renaissanceform mit eingerollten Ecken, auf blühenden Alpenrosenzweigen (Alpenblume, Symbol für die Alpen bzw. die Schweiz als Alpenland), darunter die Jahreszahl.
Rs.: In Perl- und Linienkreis die Angabe «20» in zum Kranz geformten und unten mit Schleifen gebundenen blühenden Alpenrosenzweigen. Darunter «B», das Zeichen der Münzstätte Bern.
Im 16. Jh. kam der Begriff «Helvetia» als Bezeichnung für das Territorium der damaligen Schweiz auf, da die Eidgenossen als Nachfahren der Helvetier, eines keltischen Volksstamms, betrachtet wurden. Die Darstellung der Helvetia als Landesmutter trat im späten 17. Jh. in Erscheinung. Sowohl katholische wie protestantische Gläubige konnten sich mit der Allegorie identifizieren. Als eidgenössische überkonfessionelle und überregionale Leitfigur wurde sie im 19. Jh. wichtig, da sich die Bevölkerung bis zur Gründung des Bundesstaats 1848 mit ihrem jeweiligen Kanton identifizierte. Nachdem der Bund die Münzhoheit übernommen hatte, wurde Helvetia insbesondere auf Münzen und Briefmarken als Allegorie abgebildet oder namentlich erwähnt. Sie war nun ein Sinnbild für eine stabile Währung.

Kappeler legte während seines beruflichen Aufenthalts in Südamerika (um 1876–1891) eine wertvolle, umfangreiche Münzsammlung an. 1897 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und unternahm ausgiebige Reisen durch Europa, von welchen er Souvenirs mit nach Hause brachte. Münzsammlung und Reiseandenken vermachte er testamentarisch dem Historischen Verein des Kantons Thurgau.
1858
D. 21 mm
Billon, Prägung
T 36597
Archiv Historisches Museum Thurgau, Akten Historisches Museum 03.17.02, Inventar Sammlung Kappeler (unpaginiert), S. 1.

Jean-Paul Divo, Edwin Tobler, Die Münzen der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1967, Nr. 310.

Tobias Scheidegger, Mythos Edelweiss, Zur Kulturgeschichte eines alpinen Symbols, Eine Dokumentation, recherchiert und verfasst im Auftrag der Botanischen Gärten Zürich und Genf, 2008. https://www.isek.uzh.ch/dam/jcr:00000000-1d25-814c-ffff-ffffdedb53f5/MythosEdelweiss.pdf, aufgerufen am 06.01.2024.

Georg Kreis, Helvetia (Allegorie), in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 13.10.2014, aufgerufen am 28.12.2025.
Schlagwörter: Numismatik, Staatliche Institutionen, Heraldik, Symbol, Botanik

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