Steinschlossgewehr der Infanterie, Vorderlader der Thurgauer Truppe

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Runder glatter Lauf. Kein Visier. Linsenkorn aus Messing auf Vorderband. Laufmündung mit Bajonettnocken. Schlosshahn mit Arretiernocken, Schlosspfanne mit gewinkelter Abdeckung. Messinggarnitur mit drei Bändern, Abzugsbügel und Kolbenkappe. Schlossbügel wohl nicht original. Laufbefestigung mittels Bandfedern. Je ein Bügel auf Mittelband und auf Abzugsbügelblatt für den Tragriemen. Ladestock aus Eisen. Vollschaft mit geradem Kolbenabschluss. Auf Hinterschaft geritzter und gebrannter Dekor in Form von Spiralen und Lilien. Tüllenbajonett mit dreikantiger Klinge(fehlt).

Schläge: Auf Lauf «Q3GB», eventuell ein Hinweis auf ein Thurgauer Militärquartier. Gepunzte Blüte mit vier Blättern. Auf dem Kolben «G».

Wohl keine Schweizer Provenienz.
1619 erliessen der eidgenössische, im Thurgau amtierende Landvogt Karl Emanuel von Roll (1579–1654) und Abgeordnete des Thurgauer Gerichtsherrenstandes Dekrete zur Neuformierung der Thurgauer Mannschaft. Fortan war die Gemeine Herrschaft Thurgau in acht Militärquartiere eingeteilt, die bis 1798 bestehen blieben. Die Soldaten aus den acht Quartieren Weinfelden, Pfyn (Warth), Lommis (Fischingen), Uttwil (Güttingen), Emmishofen, Ermatingen und Hüttlingen unterstanden ihrem Quartierhauptmann. Später trugen die Quartiere teilweise andere Namen, da sie nach dem Wohnort des Quartierhauptmanns bezeichnet wurden. Frauenfeld und Diessenhofen verfügten über ihr eigenes Banner. Steckborn wiederum war anfänglich Teil des Quartiers Ermatingen und führte später eine eigene Kompanie, der ein Stadthauptmann vorstand. Anfang des 19. Jhs. kam es zur Zusammenlegung der Verwaltungseinheiten. So hält die kantonale Militärordnung von 1804 die Einteilung des Kantons Thurgau in vier Quartiere (Militärbezirke) fest. Sie bildete die Grundlage für die Aushebung der Infanteriebataillone in folgenden Militärbezirken: I. Steckborn und Gottlieben, II. Arbon und Bischofszell, III. Weinfelden und Tobel und IV. Frauenfeld und Diessenhofen. Diese Ordnung bestand bis 1838.
um 1800
L. 143.5 cm, Lauf L. 107 cm
Stahl, Eisen, Messing, Nussbaumholz
Wg 133
Albert W. Schoop, Geschichte der Thurgauer Miliz, Frauenfeld 1948, S. 177–179.
Schlagwörter: Militaria, Waffen

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