Gewehr mit Perkussionsschloss, Vorderlader der Frauenfelder Kadetten, mit nummergleichem Stichbajonett

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Aus Steinschlosszündung umgeändertes Perkussionsschloss, das ähnlich gebaut ist wie das Modell 1842.

Glatter Rundlauf, ab Kammer ansatzweise oktogonal. Bajonettnocken an Laufmündung. Vorderband mit Linsenkorn aus Messing, angeschweisster Kaminsack auf Schlossplatte. Schlosshahn mit geriffeltem Hahnsporn (Griffoptimierung). Messinggarnitur mit drei Bändern, Seitenplatte und Kolbenabschlusskappe. Laufbefestigung mit Bandfedern. Zwei Bügel für den Tragriemen. Schwarz gelackter Tragriemen mit rechteckiger geschwärzter Messingschnalle und Messingknopf. Stahlladestock mit pilzförmigem Kopf. Voller Nussbaumholzschaft. Kolben mit Backenausschnitt links, Kolbennase und geradem Abschluss. Tüllenbajonett mit Dreikantklinge.

Schläge: Waffennummer «3» auf Kammer und Schaft. Auf Mittel- und Hinterband «SD». Auf Bajonett «3», «S» in Raute, «W» in Rechteck und breites tiefes «M».

Kaliber: 17 mm
Kadettenkorps sind die ältesten Kinder- und Jugendverbände der Schweiz und entstanden im 18. Jh. Sie hatten zum Ziel, 10- bis 15-jährige Knaben mit Waffenübungen, Marschtraining, Patrouillenläufen, Paraden und Manövern auf den Armeedienst vorzubereiten. Bis 1972 unterstützte der Bund finanziell das Kadettenwesen.
Die Ausbildung der Thurgauer Kadetten erfolgte an der 1853 gegründeten Kantonsschule Frauenfeld, wo ein von der Regierung gewählter Kadettenchef die Schüler unterrichtete. Allmählich entwickelte sich der militärische Drill hin zur sportlichen Ertüchtigung. Der obligatorische Schiessunterricht für Kadetten blieb bis 1970 bestehen.
um 1840/1850
L. 110.5 cm, Lauf L. 72 cm; Bajonett L. 43.2 cm; Riemenbreite: 2.8 cm
Stahl, Eisen, Messing, Nussbaumholz, Leder
T 40328
Ernst Leisi, Hundert Jahre Thurgauische Kantonsschule 1853–1953, Frauenfeld 1953.
Schlagwörter: Militaria, Staatliche Institutionen, Bildungswesen, Waffen