Standstutzer mit Perkussionsschloss, Vorderlader, Jagd- und Schützengewehr

zurück

Oktogonaler, gezogener, vermutlich älterer Lauf mit Korntülle (fehlendes Korn) auf breiter Konsole sowie Aussparung für Kimme auf Lauf, diese fehlt. Auf Schwanzschraube Loch für Diopter, das wiederum fehlt. Schloss mit einer Schraube befestigt. Geschweifter Hahn mit Daumendrücker (Perkussionshammer) und feines Piston. An der hinteren Hälfte des Laufs angebrachtes breites hülsenförmiges Unterband, unten nach hinten spitz zulaufend, darin der Abschluss der Halbschäftung liegend. Kolben mit gerundetem Wangenkissen links und Verschnitt aus Fischhautmusterung in gezacktem Ausschnitt, geschweiftem Kolbenabschluss mit Kappe mit Kappenschraube und Stellhorn. Geschweifter Abzugsbügel in der Verlängerung hinten spitz zulaufend, mit Fingerhaken, Stecherabzug (defekt), Bügelblatt vorne spitz auslaufend. Hinten flacher Knopf mit schräg geriffelter Kante, einer Stützvorrichtung beim Schiessen. Breiter geschraubter Riemenbügel vorne.
Lauf vorne mit zwei Röhrentüllen als Führung für hölzernen Putzstock. Hintere Tülle mit Öse für Riemenbügel.
An rechter Seite vorne am Lauf Reste von Vierkanthülse, die als Bajonetthaft diente.

Auf Lauf geschlagen «I. U. BÄNZIGER St. Gallen», der Hersteller.
Stand- oder Scheibenstutzer sind präzise Waffen mit Stecherabzug für das sportliche Schiessen in einem Schiesstand. Sie erlebten im 19. Jh. grosse Popularität bei den zahlreichen Schützenfesten, die überall in der Eidgenossenschaft durchgeführt wurden.
Bänziger, Johann Ulrich (1848–1906), Büchsenmacher in St. Gallen
um 1850
L. 122.5 cm, Lauf L. 86.5
Stahl, brüniert; Eisen; Nussbaumholz
Wg 465
Hugo Schneider, Schweizer Waffenschmiede vom 15. bis 20. Jahrhundert, Zürich 1976, S. 53.

Hugo Schneider, Michael am Rhyn, Eidgenössische Handfeuerwaffen (Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, Bd. 2), Dietikon-Zürich 1979, S. 81.
Schlagwörter: Vereinswesen, Sport, Anlässe, Jagd, Hauswirtschaft, Persönliches Accessoires, Waffen, Gewerbe