Repetierkarabiner mit Gradzugverschluss der Schweizer Armee, Modell 1931, mit Dolchbajonett Modell 1918

zurück

Mit der Maus über das Bild fahren, um es zu vergrössern · Auf das Bild klicken für die Vollbildansicht · mit den Pfeiltasten oder Pfeilen navigieren

Runder Lauf mit vier Zügen, Verschluss mit Drehhülse und vornliegenden Verriegelungswarzen, Riegelschieber mit blankem Griff mit gerundeten Kanten, Leitkurvenvisier für Stellung von 100 bis 1500 m, schräg zur Laufachse eingeschobenes Sattelkorn auf quer zum Lauf stehendem Kornträger mit Schutzbacken, Oberband mit Klemmschraube rechts, Stift links und Bajonetthaft unten, Pyramidenstift (für die Formierung einer Gewehrpyramide während der Pause), Unterband mit Klemmschraube oben, Federhalterung unten und Riemenbügel links, runder Bügel auf angeschraubtem Bügelblatt. Vollschäftung mit Handschutz, beidseitigen Griffmulden am Vorderschaft (Schaftnuten), Pistolengriff am Kolben und leicht geschwungenem Kolbenabschluss mit angeschraubter Kolbenkappe.
Abnehmbares zweireihiges Kastenmagazin für sechs Patronen. Lederner naturbrauner verstellbarer Tragriemen mit acht Löchern, einem Doppelniet-Knopf, Führungsschlaufe und hinterem Federhaken an Riemensteg, dieser über Kolbenmulde angeschraubt.
Oben gerundeter Laufdeckel aus Messing an eisernem ausgeschwenktem Arm.

Schläge: Waffennummer «696402» je auf Lauf, Verschlusshülse, Magazinkasten und «402» (abgekürzte Waffennummer) auf Bund des Laufs. Grosser Kontrollstempel in Form eines tingierten Schweizer Wappenschilds (vertikale Linien für die Farbe Rot) auf Verschlusshülse. Beschussstempel in Form von ligiertem gegenläufigem «BP», Stempel der eidg. Waffenkontrolle in Form von «H» unter Schweizerkreuz (Kontrolleur Hauri), Einschiessstempel in Form von Schweizerkreuz sowie gepunztes «P» (Markierung für die Abgabe an Behörden und Private) auf Bund des Laufs. Auf Unterseite des Visierblatts Abnahmestempel mit Angabe des Materials «CN» neben Schweizerkreuz und «AS» ligiert in Kreis, auf Griff des Riegelschiebers «CV» (Chrom Vanadium Stahl) neben Schweizerkreuz und «C» sowie «MT» ligiert in Kreis. Auf Unterband und Laufdeckel Schweizerkreuz, «L» auf Laufdeckel. Auf Kolben Stempel der eidg. Waffenkontrolle in Form von Schweizerschild.
Auf Tragriemen gestempelt «J» unter Schweizerkreuz in Kartusche.

Munition: GP 11
Kaliber: 7.5 mm

Bajonett mit zweischneidiger Klinge mit rhombischem Klingenquerschnitt und vierkantiger Parierstange mit Loch. Griff aus naturbraunen Holzplatten. Schlag des Herstellers auf Scheide «ELSENER SCHWYZ».
Stahlscheide mit Mundstück, darauf «P» und Ortsknopf mit Schweizerkreuz. Ledernes Futteral mit Rollschnalle (um die Lederstrippe der Bajonettscheide zu befestigen) und Stempel «A. GLANZMANN ORPUND [19]14», «K» unter Schweizerkreuz in Kartusche.
Bajonett ohne Nummer.
Mit Beschluss des Bundesrats von 1932 wurde der Karabiner Modell 1931 zur Ordonnanzwaffe der Schweizer Truppe erklärt und dessen Einführung 1933 von der Bundesversammlung beschlossen. Die Produktion dieser Waffe dauerte bis 1958. Vorliegende Waffe lieferte die Eidgenössische Waffenfabrik Bern während des Zweiten Weltkriegs ans eidg. Bundesheer. Dies ist aufgrund der Waffennummer feststellbar. Zudem weisen einige Details auf diese Datierung hin wie der brünierte Riegel und der aus Materialmangel mit dem Schaft verleimte Kolbenhals. Dieses Exemplar mit dem Stempel «P» am Bund des Laufs wurde nach seinem Armeeeinsatz an eine Privatperson oder an eine Behörde abgegeben.
Das Bajonett stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Sein Futteral stellte 1914 die Sattlerei A. Glanzmann in Orpund (BE) her, was der Lederpunze zu entnehmen ist.

Die 1871 gegründete Waffenfabrik Bern (W+F) stellte Faust- und Handfeuerwaffen her und war dem Militärdepartement unterstellt. 1999 erfolgte die Namensänderung in RUAG (Rüstungsunternehmen-Aktiengesellschaft).
Eidgenössische Waffenfabrik Bern (W+F) (*1871), heutige RUAG

Elsener, Karl (*1884), Messerschmiedewerkstatt in Ibach-Schwyz, ab 1921 Firma Victorinox
1942/43
L. 110.7 cm, Lauf L. 65.2 cm; Bajonett Klingenlänge 30 cm
Stahl, brüniert; Eisen; Nussbaumholz; Messing; Leder
T 40428
Schweizerischer Schützenverein (Hrsg.), Hand- und Faustfeuerwaffen, Schweizerische Ordonnanz 1817 bis 1967, Frauenfeld 1971, S. 125–133.

Kurt Sallaz, Michael am Rhyn, Handfeuerwaffen Gradzug-Systeme (Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817, Bd. 4), Dietikon-Zürich 1978, S. 45–51, 64, 156–159.

Clément Bosson, Die Waffen der Schweizer Soldaten, Zug 1982, S. 156–157.

Ernst Grenacher, Schweizer Militärgewehre Hinterladung 1860–1990, 2015, S. 136, 452, 565–573, 602–605.
Schlagwörter: Militaria, Waffen, Industrie, Gewerbe

Ähnliche Objekte 12

Kurzgewehr der Schweizer Armee, Repetierkarabiner mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1900, mit nummergleichem Stichbajonett Modell 1889
  • 1891
  • Kurzgewehr der Schweizer Armee, Repetierkarabiner mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1900, mit nummergleichem Stichbajonett Modell 1889
Repetierkarabiner der Schweizer Armee, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1911, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1918, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • 1932
  • Repetierkarabiner der Schweizer Armee, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1911, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1918, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Repetierkarabiner der Schweizer Kavallerie, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Mannlicher, Modell 1893, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • 1895–1898
  • Repetierkarabiner der Schweizer Kavallerie, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Mannlicher, Modell 1893, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Repetierkarabiner der Schweizer Kavallerie, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Musterexemplar, Modell 1905, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • ab 1906
  • Repetierkarabiner der Schweizer Kavallerie, Gewehr mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Musterexemplar, Modell 1905, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Repetierer mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Infanteriegewehr Modell 1908/1911 der Schweizer Armee, Musterwaffe, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1899, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • um 1908
  • Repetierer mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Infanteriegewehr Modell 1908/1911 der Schweizer Armee, Musterwaffe, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1899, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Zielfernrohrkarabiner der Schweizer Armee, Repetiergewehr für Scharfschützen der Infanterie, mit Gradzugverschluss nach dem System Furrer-Kern, Modell 1931/1942, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • ab 1933
  • Zielfernrohrkarabiner der Schweizer Armee, Repetiergewehr für Scharfschützen der Infanterie, mit Gradzugverschluss nach dem System Furrer-Kern, Modell 1931/1942, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Repetiergewehr der Schweizer Armee, Gewehr mit Gradzuverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1896, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1889/1918, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses in Frauenfeld
  • 1897–1899
  • Repetiergewehr der Schweizer Armee, Gewehr mit Gradzuverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1896, mit nummergleichem Dolchbajonett Modell 1889/1918, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses in Frauenfeld
Gewehr der Schweizer Infanterie, Repetierer mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1896/1911, aus der Sammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbands
  • 1900
  • Gewehr der Schweizer Infanterie, Repetierer mit Gradzugverschluss nach dem System Schmidt-Rubin, Modell 1889/1896/1911, aus der Sammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbands
Sturmgewehr Modell 1957 (Stgw 57) der Schweizer Armee, Rückstosslader mit übersetztem Massenverschluss nach dem System Amsler, mit freistehendem Lauf, mit Dolchbajonett Modell 1957, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
  • 1966–1969
  • Sturmgewehr Modell 1957 (Stgw 57) der Schweizer Armee, Rückstosslader mit übersetztem Massenverschluss nach dem System Amsler, mit freistehendem Lauf, mit Dolchbajonett Modell 1957, aus dem Arsenal des Kantonalen Zeughauses Frauenfeld
Gewehr mit Kippklappverschluss nach dem System Milbank-Amsler, erster Hinterlader der Schweizer Armee, mit Stichbajonett Modell 1843/1859/1867, aus der Sammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbands
  • um 1867–1888
  • Gewehr mit Kippklappverschluss nach dem System Milbank-Amsler, erster Hinterlader der Schweizer Armee, mit Stichbajonett Modell 1843/1859/1867, aus der Sammlung des Thurgauer Kantonalschützenverbands
Justaucorps mit langen Rockschössen, Uniformrock (nach der kantonalen Ordonnanz von 1842) von Dr. med. Konrad Guhl (1811–1856) aus Steckborn, Sanitätsoffizier der Schweizer Armee
  • ab 1842
  • Justaucorps mit langen Rockschössen, Uniformrock (nach der kantonalen Ordonnanz von 1842) von Dr. med. Konrad Guhl (1811–1856) aus Steckborn, Sanitätsoffizier der Schweizer Armee
Briefbeschwerer mit zwei Medaillen zum Andenken an die Verteidigung der Schweizer Neutralität, der Grenzbesatzung 1870/71 sowie an den General und Oberbefehlshaber der Schweizer Armee Hans Herzog (1819–1894), Medaillen vermutlich geprägt in Genf, aus dem Nachlass der Familie von Viktor Schilt (1852–1934) und seinen Nachkommen
  • 1871 oder später
  • Briefbeschwerer mit zwei Medaillen zum Andenken an die Verteidigung der Schweizer Neutralität, der Grenzbesatzung 1870/71 sowie an den General und Oberbefehlshaber der Schweizer Armee Hans Herzog (1819–1894), Medaillen vermutlich geprägt in Genf, aus dem Nachlass der Familie von Viktor Schilt (1852–1934) und seinen Nachkommen